Mit Vereinsticket beim Finaltag der Amateure
Bereits zum achten Mal wurde am vergangenen Samstag der “Finaltag der Amateure” ausgetragen. An diesem Tag fanden in allen 21 Landesverbänden des Deutschen-Fußball-Bundes die Endspiele der Landespokale statt. Wir sind bei den Endspielen im Rheinland und in Bayern persönlich vor Ort gewesen. Warum wir dort waren und wie die beiden Partien gelaufen sind, erfährst du hier.
Bezirksligist Immendorf und das Spiel des Lebens
Im Koblenzer Stadtteil Immendorf konnte man am Samstagmittag wohl eine Stecknadel fallen hören. Denn nahezu alle 1.300 Einwohner:innen waren ins Stadion Oberwerth in Koblenz gepilgert, um ihren Dorfverein – die TuS Immendorf – im größten Spiel der Vereinsgeschichte zu unterstützen. Der Meister aus der Bezirksliga West hatte sich nach einer beeindruckenden Saison mit Siegen gegen die Oberligisten TuS Koblenz und Ahrweiler BC für das Finale im Rheinlandpokal qualifiziert.
Dort wartete mit dem Regionalligisten Rot-Weiß Koblenz nun der große Favorit, der in dieser Saison drei Ligen über den Immendorfern spielte. Während die Immendorfer jedoch den Meistertitel und den Aufstieg in die Rheinlandliga bejubeln konnten, stiegen die Koblenzer in dieser Saison in die Oberliga ab. Umso wichtiger war es für das Team aus Koblenz nun im Pokal zum dritten Mal nach 2018 und 2021 den Titel zu gewinnen und das Ticket für den DFB-Pokal zu lösen.
Unkomplizierter Einlass dank digitaler Tickets
Damit auch die insgesamt 2.800 Zuschauer:innen schnell und unkompliziert an ihr Ticket gelangen konnten, setzte der Fußballverband Rheinland beim Pokalfinale auf unsere Ticketing-Lösung. Diese ermöglichte es den Fans im Vorfeld online ihr Ticket zu erwerben. Vor Ort mussten die Tickets nur noch per Handy gescannt werden, sodass die Fans in Sekundenschnelle durch die Ticketkontrolle kamen. Für den Scan der Tickets reichte den Helfer:innen das eigene Handy mit installierter "VT Scan & Co"-App aus. Zusätzliche Hardware wurde nicht benötigt.
Bei der Buchung der Online-Tickets konnten sich die Fans auf der Haupttribüne einen exakten Sitzplatz auswählen. In den übrigen Blöcken konnten Tickets für Steh- und Sitzplätze mit freier Platzwahl gekauft werden. Die Tickets konnten entweder digital oder ausgedruckt vorgezeigt werden. Für den Fall, dass eine Person ihr Ticket nicht zur Hand hatte, bestand zudem die Möglichkeit im System nach dem Namen des Ticketinhabers zu suchen und so diese Person manuell zu erfassen.
Um die Organisatoren möglichst gut bei der Ticketkontrolle zu unterstützen, waren wir sowohl in Koblenz als auch in Illertissen persönlich vor Ort. Unser Team stand bei Fragen bereit und half auch selbst beim Scannen der Tickets mit. Dafür waren mit Emma und Phillip zwei Mitglieder unseres Team die rund 400km von Saarburg nach Illertissen gefahren, während wir mit Gregor, Pascal, Johannes, Ramon und Jean-Luc in Koblenz gleich mit fünf Personen vor Ort waren.
Kuller-Tor verhindert Pokal-Sensation
Nachdem alle 2.800 Zuschauer:innen ihre Plätze betreten hatten, ging es pünktlich um 14:15 Uhr mit dem Finalspiel zwischen TuS Immendorf und Rot-Weiss Koblenz los. Von Beginn an wurden die Koblenzer ihrer Favoritenrolle gerecht und drückten die Immendorfer in die eigene Hälfte hinein. Die Defensive der Immendorfer stand jedoch sehr kompakt, sodass der Regionalligist in der ersten Hälfte nur selten zu größeren Chancen kam. Entsprechend gingen beide Teams torlos in die Halbzeitpause. Ein erster Teilerfolg für den Underdog aus Immendorf, der von den mitgereisten Fans frenetisch gefeiert wurde.
Im zweiten Spielabschnitt wagte sich der TuS Immendorf auch mal in die Hälfte der Koblenzer und begann sich erste kleine Chancen herauszuspielen. Dies rächte sich jedoch schnell, denn gerade einmal fünf Minuten nach Wiederanpfiff fälschte Thilo Töpken einen Schuss von Marius Köhl ins Immendorfer Tor ab und brachte den Regionalligisten mit 0:1 in Führung. Im Anschluss bemühte sich Immendorf zunehmend um den Ausgleich, schaffte es jedoch kaum wirklich gefährlich zu werden. Bis zur ersten wirklich gefährlichen Torchance des Bezirksligisten dauerte es bis zur 65. Minute. Dort probierte Marvin Weber den gegnerischen Schlussmann mit einem Schlenzer aus 40 Metern Entfernung zu überraschen. Der Koblenzer Schlussmann Carl Leonhard konnte diesen Versuch jedoch gerade so entschärfen.
Rot-Weiß Koblenz hatte durch die zunehmenden Offensivbemühungen der Immendorfer nun immer wieder Möglichkeiten die Führung auszubauen, scheiterte jedoch ein ums andere Mal am überragenden Immendorfer Schlussmann Moritz Weber. Dies rächte sich kurz vor Schluss beinahe noch, als der Bezirksligist noch einmal alles nach vorne warf und gleich mehrfach die Chance auf den späten Ausgleich bekam. Ungenauigkeiten im Abschluss und der gute Koblenzer Torwart Carl Leonhard sorgten jedoch dafür, dass die Koblenzer ihren Vorsprung über die Zeit bringen und sich zum Rheinlandpokalsieger küren konnten.
Strahlende Gesichter auf beiden Seiten
Nach dem Abpfiff feierte sowohl der Koblenzer als auch der Immendorfer Anhang seine Mannschaft. Während die Koblenzer den Pokalsieg und den Einzug in den DFB-Pokal bejubelten, feierten die Fans der TuS Immendorf die überragende Saison und das gute Spiel ihres Teams. Zusätzlichen Grund zum Feiern gab es für Immendorfs Torwart Moritz Weber, der im Anschluss an die Partie zum Spieler des Spiels gewählt wurde. Bei der Siegerehrung standen beide Teams sich gegenseitig Spalier und zeigten damit noch einmal ihren gegenseitigen Respekt voreinander, bevor die Spieler von Rot-Weiß Koblenz schließlich den Rheinlandpokal in die Höhe recken durften.
Elfmeterkrimi entscheidet Bayernpokal
Während in Koblenz bereits gefeiert wurde, ging das Finale des Bayerischen Toto-Pokals in Illertissen gerade erst los. Dort war Drittligist FC Ingolstadt klarer Favorit gegen das Regionalliga-Team der FV Illertissen. In der Partie selbst war davon jedoch nicht viel zu sehen. Die erste Chance der Partie hatten in der 15. Minute die Gastgeber aus Illertissen. Eine Ecke von Gökalp Kilic köpfte Illertissens Stürmer Hannes Pöschl gefährlich aufs Ingolstädter Tor. Auch danach blieb Illertissen die bessere Mannschaft und spielte sich immer wieder Torchancen heraus, während der Drittligist aus Ingolstadt die erste Halbzeit ohne nennenswerten Tor-Abschluss beendete.
In Halbzeit zwei wurden dann auch die Ingolstädter etwas gefährlicher, die Defensive des FV Illertissen zeigte jedoch, warum sie im Pokal bislang noch ohne Gegentreffer geblieben war und war jedes Mal zur Stelle. Der FV Illertissen hatte seinerseits hingegen gleich mehrfach (58. Minute durch Glessing, 70. Minute durch Gölz, 88. Minute durch Kilic und 90+3. Minute durch Herzig) den Führungstreffer auf dem Fuß. Der überragende Marius Funk im Ingolstädter Tor war jedoch jedes Mal zur Stelle und rettete sein Team ins Elfmeterschießen.
Dort stohl Illertissens Keeper Felix Thiel seinem Gegenüber jedoch die Show und parierte gleich zwei Ingolstädter Elfmeter. Damit sicherte er seinem Team die Titelverteidigung im Bayerischen Toto-Pokal und das Ticket zum DFB-Pokal. Für Ingolstadt bedeutet die Niederlage hingegen, dass sie in der kommenden Saison erstmals seit 2007 nicht im DFB-Pokal dabei sein werden.